Letzten Sonntag Abend bin ich mit meinem lieben Kollegen Mark Kruse nochmal in den Tümlauer Koog gefahren, um dort den Sonnenuntergang zu genießen und anschließend nochmal einen Blick auf den Kometen zu werfen.

Sonnenuntergang ist uns gelungen, aber der Blick auf den Kometen wurde leider durch die vielen dicken Wolken versperrt, die vorher noch für so schöne Abwechslung am Himmel gesorgt hatten.

Sonnenuntergang am Tümlauer Koog

Wir blieben noch eine ganze Weile vor Ort und genossen die Stille, die an diesem kleinen, versteckten Ort immer besonders auffällig ist. Aber die Wolkendecke verdichtete sich immer mehr, sodass wir es gegen Mitternacht dann irgendwann aufgaben – jedoch nicht, ohne vorher noch ein Bild von der schönen Stimmung in der blauen Stunde zu machen.

Blaue Stunde am Tümlauer Koog

Ich bin dann mit dem Schlafwagen nach Sankt Peter-Böhl gefahren, denn wenn ich schonmal die ca. 1½ Stunden Anreise auf mich nehme, will ich auch, dass sich das lohnt und daher nehme ich meist den Sonnenaufgang auch noch mit.

Nach soliden 3 Stunden Schlaf habe ich mich gegen 03:30 Uhr in die Salzwiesen aufgemacht und bin Richtung Seekiste gelaufen. Zuerst war ich ein bisschen ernüchtert, denn der Himmel war überall voll toller Wolken, nur nicht in Richtung des Sonnenaufgangs – da war er komplett leer.

So bin ich denn etwas ziel- und ideenlos umhergestreift auf der Suche nach einen Motiv, bis ich irgendwann ganz vorne an der Wasserkante auf diese Badebojen stieß, die ich ohnehin schon immer mal fotografieren wollte – allerdings in Ording und nicht in Böhl – egal!

04:45 Uhr

Mit diesem Bild allein wäre ich ja schon happy gewesen, aber am Himmel über dem Wasser bahnte sich ein ziemlich leckere Lightshow an. Die schweren und tief hängenden Wolken fingen nach und nach an zu glühen, als sie vom immer intensiver werdenden Licht der aufgehenden Sonne erfasst wurden. Als die Sonne um 05:20 Uhr dann aufging, hing sie selbst teils hinter Wolken, sodass das Licht recht diffus und gedämpft blieb.

Das Resultat war ein Himmel, den ich selten kontrastreicher, konturierter und farbenfroher erlebt habe.

05:35 Uhr
05:40 Uhr

Angesichts dieses Schauspiels war ich natürlich im 7. Fotohimmel – vergessen war die anfängliche Enttäuschung über den Mangel an Motiven. Einzig etwas weniger Wind für noch sauberere Spiegelungen hätte ich mir gewünscht. Aber hey, wer wollte da noch quengeln?

So habe ich denn auch heiter, beschwingt und voll mit Fotodrenalin meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Rückweg zum Auto und der darin befindlichen Kaffeemaschine gemacht.

Als ich dann an der kleinen Plattform der Badeaufsicht vorbeikam, dachte ich noch: Nettes Motiv, soll ich dafür nochmal auspacken? Und wie ich da so näher hinsehe, entdecke ich einen kleinen Zipfel Regenbogen direkt neben der Plattform. Also ja, ich soll nochmal auspacken und dann begann direkt die nächste tolle Show.

06:25 Uhr
06:30 Uhr

Für das Panorama mit dem Doppel-Regenbogen habe ich nochmals das Objektiv gewechselt und 5 Hochkantbilder aneinander geklebt, um den gesamten Bogen drauf zu bekommen. Allerdings habe ich dadurch auch wertvolle Sekunden verloren, denn da regnete es schon mit richtig schön dicken Tropfen, die in beträchtlicher Anzahl auf die Linse klatschten. So war das Pano dann doch etwas mehr Aufwand, denn diese Flecken musste ich alle in Photoshop entfernen. Eine Herausforderung, die ich gern angenommen habe.

Auf dem Rückweg zum Auto war ich dann nass, aber glücklich! Anbei noch ein paar Behind-the-Scenes-Bilder und ein bisschen gesammeltes Zeug vom Handy, als ich nicht mehr auspacken wollte.

  • Titel – Oh Buoy IV
  • Kamera – Canon EOS R
  • Brennweite – 19mm
  • Blende – ƒ/13
  • Verschlusszeit – 1/20s
  • ISO – 100