Immer zum Hochzeitstag machen meine Frau und ich eine kleine Reise. Dieses Jahr haben wir uns zum ersten Mal ostwärts nach Polen aufgemacht und ein paar Tage Danzig gebucht.

Und weil ich die liebste und geduldigste Fotografen-Ehefrau der Welt habe, durfte ich mich am Hochzeitstag morgens um halb 5 auf der kleinen Seebrücke in Orlowo etwas außerhalb von Danzig aufbauen, die wir tags zuvor entdeckt hatten.

Die Szene war leider nicht halb so beschaulich wie es hier den Anschein hat, denn noch vor Anbruch der Dämmerung schickte die polnische Armee mindestens eine Hundertschaft in voller Kampfmontur im Laufschritt den gesamten Strand runter und anschließend wieder rauf. Begleitet von Befehle kläffenden Treibern auf Quad Bikes.

Und kaum war die Dämmerung angebrochen, kamen 2 Brautpaare nebst Fotografen-Entourage, die aber zum Glück hinter mir geblieben sind.

Überhaupt nicht hinter mir geblieben ist allerdings ein ziemlich großer Schwarm Krähen, der pünktlich zur besten Sendezeit des ohnehin viel zu kurz ausgefallenen Sonnenaufgangs den Brückenkopf bevölkert hat.

So musste ich für dieses Bild, das eigentlich ziemlich geradeaus gedacht war, dann doch wieder ein bisschen mehr basteln. Aber macht ja auch Spaß…

Und bei solchen Bedingungen darf natürlich eine Langzeitbelichtung nicht fehlen – hier 2 Minuten.

Besonders gefreut habe ich mich, als ich entdeckte, dass nicht nur im Norden Dänemarks die Fischerboote bisweilen auf den Strand gezogen werden, sondern auch in Nordost-Polen.

Das zugehörige Restaurant steht direkt dahinter, hätt ich ja gerne noch probiert, aber dazu kam’s nicht mehr.