Aktuell ist ja der Komet C/2020 F3 mit Spitzname „Neowise“ am nördlichen Nachthimmel zu sehen. Man sieht ihn nach Mitternacht sogar mit dem bloßen Auge und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

So habe ich mich denn vor ein paar Tagen mit zwei lieben Kollegen aufgemacht, um das Spektakel einzufangen.

Da wir zuvor einige Tage mistiges Wetter hatten, bin ich schon vorab mal zur Steilküste nach Stohl gefahren, um dort in aller Ruhe den Sonnenuntergang zu genießen und ein bisschen Farbe ins Auge zu bekommen.

Letztlich muss ich mit der neuen Kamera noch eine Menge üben, denn die sonst so geübten Handgriffe sitzen alle nicht mehr richtig und ich muss kräftig umlernen.

Herausgekommen sind trotzdem zwei ganz nette Bilder, die ich Euch hier zeigen möchte.

Treppe hinab zum Strand an der Steilküste in Stohl
Dieselbe Treppe etwas später

Nachdem wir den Sonnenuntergang erfolgreich absolviert hatten (und ich das 14mm Samyang von Jan mal testen durfte für das erste Bild da oben), sind wir dann zunächst zur Schleuse nach Holtenau gefahren. Dort waren wir jedoch mit der Komposition und dem Licht nicht so richtig happy und haben uns dann einmal um die Hörn herum auf die andere Seite der Förde verholt und am Fördewanderweg in Kitzeberg aufgebaut (danke an dieser Stelle an Marco Bergner für’s Auskundschaften).

Eine Weile nach Mitternacht war der Komet dann endlich richtig gut sichtbar und an dem Abend gab es glücklicherweise nicht so viele leuchtende Nachtwolken, wie in den Nächten zuvor, sodass der Komet auch richtig schön zur Geltung kam.

Der Komet genau über dem Leuchtturm Friedrichsort um 01:50 Uhr (der Leuchtturm sieht aus wie ein Info-i)

Schon irre, wenn man überlegt, dass dieser Klumpen aus Eis und Geröll in über 100 Millionen Kilometern mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit durch’s All saust, für uns aber im Grunde völlig statisch am Himmel hängt und sich nicht schneller über’s Firmament bewegt als z.B. der Mond und all die anderen Sterne. Das übersteigt mein galaktisches Vorstellungsvermögen doch deutlich 😀

Gegen 02:00 Uhr kamen dann doch noch ein paar Leuchtwolken über den Horizont gekrochen – quasi als Untermalung für den schön prominent am Himmel prangenden Kometen. Sternschnuppe als Sahnehaube – fertig ist das Galeriebild!

Der Komet über der Kieler Förde mit Sternschnuppe um 02:20 Uhr.

Als Nahaufnahme habe ich das ganze auch nochmal versucht. In Ermangelung eines lichtstarken Teleobjektivs habe ich hierfür 10 einzelne Bilder verrechnet, um das Bildrauschen zu entfernen und die Details zu verstärken.

Der Komet im Detail

Auf dem Weg nach Hause fiel mir dann noch ein, dass mein ganz ursprünglicher Plan war, das Ganze vom Westufer Höhe Seebar Düsternbrook zu machen. Drum bin ich den Schlenker noch gefahren und habe ein weiteres Bild gemacht. Vor Ort habe ich den Kometen gar nicht mehr gesehen, weil es schon zu hell war, aber die Kamera hat ihn gesehen. Und wie durch ein Wunder habe ich den aber sowas von genau in die Bildmitte gezirkelt – sensationell!

Der Komet über der Seebar Düsternbrook um 03:15 Uhr

Ich bin wirklich happy, dass ich das sehen und einfangen konnte. Keine Ahnung, ob wir zu Lebzeiten nochmal einen Kometen so deutlich sehen können. Dieser spezielle hier kommt erst in bummelig 6.000 Jahren wieder vorbei und ob ich das durchhalte, weiß ich nicht.

  • Titel – Neowise
  • Kamera – Canon EOS R
  • Brennweite – 63mm
  • Blende – ƒ/5.6
  • Verschlusszeit – 8s
  • ISO – 640